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Kirche erhielt 2025 von Gläubigen 552 Millionen Euro an Beiträgen

Diözesen veröffentlichen Gebarungsübersicht für 2025 - Kirchenbeitrag bildet Fundament der Kirchenfinanzierung in Österreich - Seit 2025 Zweckwidmung des Kirchenbeitrags in allen Diözesen

 

Geld und Taschenrechner

 

Wien, 23.09.2026 (KAP) Die Finanzen der katholischen Diözesen in Österreich können für 2025 einen Anstieg beim Kirchenbeitragsaufkommen verzeichnen. Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2025 waren es 552,2 Millionen Euro (über 71 Prozent der Gesamteinnahmen), 2024 lagen die Kirchenbeiträge bei 539,4 Millionen Euro. Durch ein durchwegs positives Finanzergebnis bilanzieren sieben der zehn Diözesen leicht positiv. Neu ist seit 2025, dass der Kirchenbeitrag in allen Diözesen teilweise für bestimmte Bereiche oder Projekte zweckgewidmet werden kann.

 

Der Großteil der Budgets sichert die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht 2025 für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt 492,6 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von 62,4 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.

 

Das unter den zehn katholischen Diözesen akkordierte Zahlenwerk enthält neben einer Gebarungsübersicht auch einen Rechenschaftsbericht, der einen Einblick in Einkünfte und Aufwendungen zulässt. So verzeichnen die zehn Diözesen 2025 Gesamteinnahmen in der Höhe von rund 775,3 Millionen Euro (2024: 763,8 Millionen). Dem stehen Aufwendungen von rund 789,7 Millionen Euro (2024: 784,3 Millionen) gegenüber. Aufgrund eines positiven Finanzergebnisses in der Höhe von 31 Millionen Euro weist die Gebarungsübersicht der Diözesen insgesamt ein leicht positives "Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit" (früher: EGT) in der Höhe von knapp 16,6 Millionen Euro (2024: positives Ergebnis mit 1,6 Millionen) aus.

 

Zweckwidmung des Kirchenbeitrags

 

Wichtigste Einnahmequelle der Diözesen ist der Kirchenbeitrag mit 552,2 Millionen Euro und einem Anteil von 71,2 Prozent an den Erlösen und Erträgen. Die staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden machen rund 67,2 Millionen Euro und somit 8,7 Prozent an den Einnahmen aus. Die restlichen 155,8 Millionen Euro und damit 20,1 Prozent der Einnahmen stammen aus der Vermögensverwaltung, aus Vermietungen, Leistungen, Subventionen und sonstigen Erträgen.

 

Seit 2025 können Katholikinnen und Katholiken in Österreich 50 Prozent ihres Kirchenbeitrags einem bestimmten Zweck widmen. Sie können damit Wirkungsbereiche der Kirche stärken, die ihnen besonders am Herzen liegen. Die andere Hälfte des Kirchenbeitrags wird auch weiterhin als solidarischer Beitrag zur Grundfinanzierung der Pfarren und kirchlichen Einrichtungen eingesetzt. Die Diözesen bieten dazu verschiedenen Bereiche bzw. Projekte wie Bildung, Soziales oder Familie an, die man mit dem Kirchenbeitrag bewusst unterstützen will (weitere Informationen sind unter www.kirchenbeitrag.at/zweckwidmung abrufbar).

 

Geld großteils für Personal und Seelsorge

 

Der Großteil der Ausgaben entfällt laut Gebarungsübersicht mit etwas über 474,8 Millionen Euro (2024: 453,2 Millionen) auf die Personalkosten (60,1 Prozent) für die 8.410 Beschäftigten (Priester und Laien) im diözesanen Dienst. Diese Position korrespondiert mit dem Gros der Mittel, die für seelsorgliche und pfarrliche Aufgaben aufgewendet werden. Dabei ist der Personalaufwand für die Laienangestellten höher als für den Klerus und beträgt 313,8 Millionen Euro (2024: 297,7 Millionen) bzw. 39,7 Prozent der Aufwendungen. Beim Klerus schlagen über 109,8 Millionen Euro (2024: 108 Millionen) an Personalkosten sowie rund 51,2 Millionen Euro für die Altersversorgung (2024: 47,5 Millionen) zu Buche, was zusammen 20,4 Prozent der Aufwendungen ausmacht.

 

Die Bau- und Erhaltungskosten lagen 2025 bei 60,4 Millionen Euro (2024: 59,2 Millionen), was einem Anteil von knapp 7,7 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Der restliche Sachaufwand beinhaltet Zuschüsse für Pfarren und andere kirchliche Stellen, Kosten für Instandhaltung, Material und Energie sowie sonstige Ausgaben und machte 254,4 Millionen Euro (2024: 271,9 Millionen) bzw. 32,2 Prozent aus.

 

Der Rechenschaftsbericht bietet ergänzend eine thematische Darstellung der Ausgabenstruktur. Daraus ist ablesbar, dass neben den Aufwendungen für Pfarren und Seelsorge mit 492,6 Millionen Euro und damit rund 62,4 Prozent (2024: 480,7 Millionen) die Ausgaben für Leitungs- und Organisationsaufgaben mit fast 147 Millionen Euro bzw. 18,6 Prozent (2024: 157,7 Millionen) zu Buche schlagen. Drittgrößte Position in der Mittelverwendung sind Ausgaben für Bildung, Kunst und Kultur mit 120,2 Millionen Euro oder knapp 15,2 Prozent (2024: 115,7 Millionen). Die Aufwände für soziale und karitative Aufgaben sowie für die Entwicklungshilfe lagen bei 29,9 Millionen Euro (2024: 30,2 Millionen), das sind knapp 3,8 Prozent der diözesanen Budgets.

 

Über das größte Budget verfügte auch 2025 die Erzdiözese Wien mit Einnahmen von 156,7 Millionen Euro (2024: 155,2 Millionen). Der Anteil des Kirchenbeitrags lag 2025 bei 120,2 Millionen Euro (2024: 116,7 Millionen). Laut Gebarungsübersicht bilanziert die Erzdiözese Wien mit einem leicht positiven Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit von rund 0,2 Millionen (2024: negatives Ergebnis von 0,9 Millionen). Den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit etwas über 95 Millionen Euro die Personalkosten für die 1.513 Hauptamtlichen (2024: 84,9 Millionen).

 

Kennzahlen der österreichischen Diözesen im Detail

 

Erzdiözese Wien
Über das größte Budget verfügte auch 2025 die Erzdiözese Wien mit Einnahmen von 156,7 Millionen Euro (2024: 155,2 Millionen). Der Anteil des Kirchenbeitrags lag 2025 bei 120,2 Millionen Euro (2024: 116,7 Millionen). Laut Gebarungsübersicht bilanziert die Erzdiözese Wien mit einem leicht positiven Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit von rund 0,2 Millionen (2024: negatives Ergebnis von 0,9 Millionen). Den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit etwas über 95 Millionen Euro die Personalkosten für die 1.513 Hauptamtlichen (2024: 84,9 Millionen).
Diözese Linz
151,1 Millionen Euro Einnahmen (2024: 146,1 Millionen), davon 111,2 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 108,2 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit knapp 6,9 Millionen (2024: positives Ergebnis mit 5 Millionen).
Diözese Graz-Seckau
127,6 Millionen Euro Einnahmen (2024: 129,1 Millionen), davon 77,6 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 79,9 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit 3,6 Millionen (2024: positives Ergebnis mit 2,4 Millionen).
Diözese St. Pölten
72,3 Millionen Euro Einnahmen (2024: 70,6 Millionen), davon 58,7 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 56,3 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit 7,1 Millionen (2024: positives Ergebnis mit 4,4 Millionen).
Erzdiözese Salzburg
93,7 Millionen Euro Einnahmen (2024: 86,3 Millionen), davon 60,2 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 58,1 Millionen), negatives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit knapp 1 Million (2024: negatives Ergebnis mit 3,7 Millionen).
Diözese Innsbruck
59,6 Millionen Euro Einnahmen (2024: 57,4 Millionen), davon 41,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 39,7 Millionen), negatives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit 2,7 Millionen (2024: negatives Ergebnis mit 4,2 Millionen).
Diözese Gurk
43,8 Millionen Euro Einnahmen (2024: 43,1 Millionen), davon 32,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 31,8 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit rund 0,5 Millionen (2024: negatives Ergebnis mit 0,6 Millionen).
Diözese Feldkirch
38,2 Millionen Euro Einnahmen (2024: 37,3 Millionen), davon 30 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 29 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit 0,4 Millionen (2024: negatives Ergebnis mit 3,9 Millionen).
Diözese Eisenstadt

30,1 Millionen Euro Einnahmen (2024: 36,5 Millionen), davon 20,4 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2024: 19,6 Millionen), positives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit mit 2,2 Millionen (2024: positives Ergebnis mit 4 Millionen).

Militärdiözese

2,3 Millionen Einnahmen (2024: 2,25 Millionen), negatives Ergebnis der kirchlichen Tätigkeit von 0,41 Millionen (2024: negatives Ergebnis von 0,94 Millionen).

 

Quelle: Kathpress

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