Dienstag 27. Juni 2017
Kirchenfinanzierung
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Kirchenbudget auf über 500 Millionen gestiegen

 

Gesamteinnahmen der neun österreichischen Diözesen liegen bei 538 Millionen Euro

 

 

Das Gesamtbudget der katholischen Diözesen in Österreich ist im Jahr 2012 leicht gestiegen und betrug 537,9 Millionen Euro. Das geht aus der Gebarungsübersicht der katholischen Diözesen hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Grund für die Steigerung gegenüber 2011, wo die Einnahmen bei insgesamt 495,9 Millionen Euro lagen, sind Mehreinnahmen beim Kirchenbeitrag sowie geänderte Bilanzierungsrichtlinien im Bereich der Erzdiözese Wien. Der Großteil der Einnahmen der neun Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2012 waren es 418,5 Millionen Euro (77,8 Prozent der Gesamteinnahmen), 2011 lagen die Kirchenbeiträge bei 399,4 Millionen Euro (80,5 Prozent der Gesamteinnahmen).

 

Trotz Steigerung bei den Kirchenbeitragseinnahmen ist dessen Anteil an den Gesamteinnahmen der Diözesen leicht zurückgegangen. Das sei vor allem darauf zurückzuführen, dass sich aufgrund geänderter Bilanzierungsrichtlinien sowohl bei den sonstigen Einnahmen als auch bei den Ausgaben Steigerungen eingetreten seien. Dies erklärte der Finanzkammerdirektor der Erzdiözese Wien, Josef Weiss, gegenüber "Kathpress". Habe man früher bei einige Positionen Einnahmen und Ausgaben saldiert, so würden diese nun gesondert ausgewiesen werden.

 

Das Rückgrat für die Kirchenfinanzen bleibt weiterhin der Kirchenbeitrag, aus dem die Kernaufgaben der Kirche in den Bereichen Seelsorge, Gebäudeerhaltung, Soziales, Bildung, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit finanziert werden. Zu den Erträgnissen kommen aus den staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden 45 Millionen Euro sowie gestiegene sonstige Einnahmen in der Höhe von 74,4 Millionen Euro (2011: 52,3 Millionen Euro) hinzu.

 

Die Ausgaben machten laut offizieller Übersicht im Jahr 2012 533,2 Millionen Euro aus (2011: 490,6 Millionen). Diese Steigerung spiegelt auch ausgabenseitig die geänderte Wiener Bilanzierung wieder. Den größten Anteil an den Ausgaben haben die Personalkosten für die Tausenden Beschäftigten - Laien wie Priester - im kirchlichen Dienst. Die Personalkosten belaufen sich insgesamt laut Statistik auf rund 325,6 Millionen Euro - was einem Anteil an den Gesamtausgaben der Kirche von 61 Prozent entspricht. Die Bau- und Erhaltungskosten belaufen sich demnach auf knapp 50,9 Millionen Euro - was einem Anteil von 9,6 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Der Sachaufwand und sonstige Ausgaben machen 156,7 Millionen Euro aus (29,4 Prozent).

 


 

Budget-Kennzahlen nach Diözesen

 

Erzdiözese Wien
Über das größte Budget verfügte 2012 die Erzdiözese Wien mit einem Gesamtvolumen von rund 128 Millionen Euro (2011: 105 Millionen). Der Anteil des Kirchenbeitrags beläuft sich dabei auf rund 95,5 Millionen Euro (2011: 92,9 Millionen). Laut Gebarungsübersicht bilanziert die Erzdiözese Wien ausgeglichen, den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit 70,9 Millionen Euro die Personalkosten für die rund 1.600 hauptamtlichen Mitarbeiter (2011: 62,5 Millionen).
Diözese Linz
93,1 Millionen Euro Einnahmen (2011: 89,7 Millionen), davon 81,1 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 77,2 Millionen), Bilanz ausgeglichen.
Diözese Graz-Seckau
89,1 Millionen Euro Einnahmen (2011: 84,3 Millionen), davon 62,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 59,3 Millionen), Bilanz positiv.
Diözese St. Pölten
54,6 Millionen Euro Einnahmen (2011: 51,5 Millionen), davon 45,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 41,8 Millionen), Bilanz ausgeglichen.
Erzdiözese Salzburg
48,4 Millionen Euro Einnahmen (2011: 46,1 Millionen), davon 41 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 39 Millionen), Bilanz ausgeglichen.
Diözese Innsbruck
43,6 Millionen Euro Einnahmen (2011: 40,2 Millionen), davon 30,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 29 Millionen), Bilanz ausgeglichen.
Diözese Gurk-Klagenfurt
32,5 Millionen Euro Einnahmen (2011: 31,8 Millionen), davon 24,6 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 23,8 Millionen), Bilanz ausgeglichen.
Diözese Eisenstadt
24,6 Millionen Euro Einnahmen (2011: 23,9 Millionen), davon 16,7 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 16,2 Millionen), Bilanz leicht positiv.
Diözese Feldkirch
24,3 Millionen Euro Einnahmen (2011: 23,2 Millionen), davon 21,1 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2011: 20,3 Millionen), Bilanz ausgeglichen.

 

 

Kardinal Christoph Schönborn

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