Sunday 24. July 2016
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Kirche veröffentlicht Budget-Zahlen 2014

 Kirche veröffentlicht Budget-Zahlen 2014

 

Finanzen der zehn österreichischen Diözesen im Jahr 2014 stabil und leicht positiv

 

Wien, 12.01.2016 (KAP) Die katholischen Diözesen in Österreich können für 2014 leichte Steigerungen beim Kirchenbeitragsaufkommen und insgesamt ausgeglichene Bilanzen verzeichnen. Das geht aus der österreichweiten kirchlichen Gebarungsübersicht hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Großteil der Einnahmen der Diözesen stammt aus dem Kirchenbeitrag. 2014 waren es über 435 Millionen Euro (rund 74 Prozent der Gesamteinnahmen), 2013 lagen die Kirchenbeiträge bei 427 Millionen Euro. Zwei Drittel der Budgets sichern die kirchliche Basisstruktur und die Seelsorge. So wurden laut Rechenschaftsbericht für die Pfarren und die pastoralen Aufgaben insgesamt 385 Millionen Euro aufgewendet, was einem Anteil von 65 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht.

Das unter den zehn katholischen Diözesen akkordierte Zahlenwerk enthält neben einer Gebarungsübersicht erstmals auch einen Rechenschaftsbericht und gibt im Vergleich zu den Vorjahren detaillierter Einblick in Einkünfte und Aufwendungen. Durch Änderungen in der Bilanzierung und Darstellungsweise ist ein Vergleich mit den Vorjahren jedoch nicht in allen Positionen möglich. So verzeichnen die Diözesen 2014 Gesamteinnahmen in der Höhe von knapp 588 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von fast 593 Millionen Euro gegenüber, was zusammen mit dem Finanzergebnis insgesamt ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der Höhe von rund 17 Millionen Euro erbrachte.

2013 wies die Gebarungsübersicht demgegenüber knapp 547 Millionen Euro an Einnahmen und 550 Millionen Euro an Aufwendungen aus. Die jetzt fast im selben Maß gestiegenen Einnahmen und Ausgaben seien die Folge von Konsolidierungen bei der Bilanz 2014, in die andere kirchliche Rechtsträger aufgenommen wurden, die zuvor eigenständig bilanzierten hatten. Auch seien Zuschüsse und Subventionen in der neuen Darstellung nicht mehr saldiert, sondern jetzt gesondert ausgewiesen. Das erklärte Marlies Hofer-Perktold gegenüber "Kathpress", die in der Diözese Innsbruck den Bereich Finanzen & Controllerdienste leitet und das Zahlenwerk der zehn Diözesen aufbereitet hat. Ziel der Änderungen sei eine "Erhöhung der Transparenz".

Kirchenbeitrag bildet finanzielle Basis
Wichtigste Einnahmequelle der Diözesen ist der Kirchenbeitrag mit 435 Millionen Euro und einem Anteil von knapp 74 Prozent an den Erlösen und Erträgen. Die staatlichen Leistungen zur Abgeltung von NS-Schäden machen insgesamt knapp 47 Millionen Euro und somit 8 Prozent an den Einnahmen aus. Die restlichen 105 Millionen Euro und damit 18 Prozent der Einnahmen stammen aus der Vermögensverwaltung, Vermietungen, Leistungen, Subventionen und sonstigen Erträgen.

Der Großteil der Ausgaben entfällt mit 359 Millionen Euro auf die Personalkosten (rund 60 Prozent) für die Tausenden Beschäftigten im kirchlichen Dienst. Diese Position korrespondiert mit dem Gros der Mittel, die für seelsorgliche und pfarrliche Aufgaben aufgewendet werden. Dabei ist der Personalaufwand für die Laienmitarbeiter ist höher als für den Klerus und beträgt 203 Millionen Euro bzw. 34 Prozent der Aufwendungen. Beim Klerus schlagen 103 Millionen Euro an Personalkosten sowie 53 Millionen Euro für die Altersversorgung zu Buche, was zusammen 26 Prozent der Aufwendungen ausmacht. Die Bau- und Erhaltungskosten beliefen sich 2014 auf über 45 Millionen Euro - was einem Anteil von knapp 8 Prozent an den Gesamtausgaben entspricht. Der restliche Sachaufwand beinhaltet Zuschüsse für Pfarren und andere kirchliche Stellen, Kosten für Instandhaltung, Material und Energie sowie sonstige Ausgaben und machte 189 Millionen Euro aus (32 Prozent).

Aus dem Rechenschaftsbericht ist zudem ersichtlich, dass neben den Aufwendungen für Pfarren und Seelsorge mit rund 385 Millionen Euro (65 Prozent) die Ausgaben für Leitungs- und Organisationsaufgaben mit über 104 Millionen Euro (17 Prozent) zu Buche schlagen. Drittgrößte Position in der Mittelverwendung sind Ausgaben für Bildung, Kunst und Kultur mit knapp 76 Millionen Euro (13 Prozent). Die Aufwände für soziale und caritative Aufgaben sowie für die Entwicklungshilfe lagen bei 28 Millionen Euro, das sind knapp 5 Prozent der diözesanen Budgets.

Über das größte Budget verfügte auch 2014 die Erzdiözese Wien mit Einnahmen von knapp 127 Millionen Euro. Der Anteil des Kirchenbeitrags beläuft sich dabei auf rund 98,5 Millionen Euro (2013: 97,3 Millionen). Laut Gebarungsübersicht bilanziert die Erzdiözese Wien mit einem EGT von 1,8 Millionen Euro leicht positiv. Den größten Anteil an den Ausgaben haben auch hier mit 73,2 Millionen Euro die Personalkosten für die rund 1.600 hauptamtlichen Mitarbeiter (2012: 72 Millionen).

Die Kennzahlen der weiteren Diözesen - absteigend sortiert - lauten:

Diözese Linz: 117,5 Millionen Euro Einnahmen, davon 86,1 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 83,3 Millionen), positives EGT mit 3,6 Millionen.

Diözese Graz-Seckau: 106,9 Millionen Euro Einnahmen, davon 66,1 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 64,5 Millionen), positives EGT mit knapp 10 Millionen.

Diözese St. Pölten: 54 Millionen Euro Einnahmen, davon 45,5 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 44,9 Millionen), positives EGT mit 0,2 Millionen.

Erzdiözese Salzburg: 50,9 Millionen Euro Einnahmen, davon 42,7 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 42,5 Millionen), positives EGT mit 1,2 Millionen.

Diözese Innsbruck: 44 Millionen Euro Einnahmen, davon 31,8 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 31,2 Millionen), positives EGT mit 2,2 Millionen.

Diözese Gurk-Klagenfurt: 34 Millionen Euro Einnahmen, davon 25,4 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 24,9 Millionen), positives EGT mit 0,4 Millionen.

Diözese Feldkirch: 28,2 Millionen Euro Einnahmen, davon 22,4 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 21,8 Millionen), negatives EGT mit 3,5 Millionen.

Diözese Eisenstadt: 23,7 Millionen Euro Einnahmen, davon 16,9 Millionen aus dem Kirchenbeitrag (2013: 16,8 Millionen), positives EGT mit 1 Million.

Kardinal Christoph Schönborn

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