Dienstag 27. Juni 2017
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Diözese Graz-Seckau bilanziert leicht positiv

Mit einem leichten finanziellen Plus hat die Diözese Graz-Seckau das Jahr 2013 abgeschlossen. Wie aus der im steirischen "Sonntagsblatt" veröffentlichten Jahresabrechnung 2013 hervorgeht, standen Erträgen von rund 69,8 Millionen Euro Ausgaben von rund 67,7 Millionen Euro gegenüber. Der Großteil der Einnahmen, nämlich 83 Prozent, kam aus den Kirchenbeiträgen. Bei den Ausgaben gingen 53 Prozent in die pastoralen Dienste, vor allem in die Bezahlung von Priestern und anderen Mitarbeitern. 13 Prozent wurden für Pensionen und weitere soziale Maßnahmen benötigt.

 

Wirtschaftsdirektor Herbert Beiglböck zeigte sich im "Sonntagsblatt" zufrieden: "Das lässt uns die Gesamtsituation sehr ruhig und unaufgeregt steuern." Beiglböck sprach von einer "zufriedenstellenden Entwicklung" bei den Einnahmen und einem "sehr verantwortungsvollen und präzisen Umgang mit den Budgets".

 

Für eine Diözese, die wirtschaftlich sehr gut abgesichert ist, bedeute es sicher eine Herausforderung, wenn Papst Franziskus von einer armen Kirche für die Armen spricht. Er, so Beiglböck, wolle den Papst so verstehen, "dass wir uns ganz selbstkritisch fragen müssen, wofür wir das Geld ausgeben".

 

Arme und Menschen an den Rändern der Gesellschaft müssten ausreichend in den Blick kommen. Der Wirtschaftsdirektor wies etwa auf jene vier Millionen Euro hin, die jährlich in den Bereich "Rat und Hilfe" fließen. Davon kämen 40 Prozent Menschen in der Steiermark zugute, 60 Prozent würden für weltkirchliche Projekte verwendet. "Da tun wir einiges, aber das darf uns nicht ruhen lassen."

 

Auch in der Pastoral gehe es darum, die Akzente zu verschieben. Als Beispiel dafür nannte der Wirtschaftsdirektor das Begegnungszentrum in Graz-Süd, wo bewusst beim Umbau des Pfarrzentrums in einer Region, wo es die höchste Arbeitslosigkeit in der Stadt Graz und einen hohen Zuwanderungsanteil gibt, Geld investiert wurde, damit Begegnung und Integration möglich wird. "Über solche Projekte müssen wir stärker nachdenken, und durch unsere finanzielle Situation haben wir auch Spielraum, um solche Projekte zu entwickeln und umzusetzen."

 

Blickverschiebung in der Seelsorge

 

Die Anfrage des Papstes richte sich ganz grundsätzlich an alle kirchlichen Einrichtungen. Sie verlange eine ganz wesentliche Blickverschiebung in der Seelsorge - und das mit aller Konsequenz, so Beiglböck: "Wie viel geben wir aus, um Vertrautes zu bewahren und das ,Übliche' zu finanzieren, und was haben wir an Kraft, um über das Gewohnte hinauszuschauen?". Die größte Sorge des Wirtschaftsdirektors: "Dass wir die gesicherte Situation durch das Geld, das uns die Kirchenbeitragszahler und -zahlerinnen zur Verfügung stellen, zu wenig nutzen, um die Botschaft des Evangeliums in unserer Gesellschaft wirksam werden zu lassen".

 

Damit ein "Fall Limburg" in der Diözese Graz-Seckau nicht vorkommen kann, gebe es in der Vermögensverwaltung einen Gesamtblick über alle Einrichtungen und Rechtskörperschaften. Alles werde dem diözesanen Wirtschaftsrat vorgelegt. Darüber hinaus würden alle großen Bauprojekte mit sehr umfassenden Kontrollen versehen, so Beiglböck.

 

Größtmögliche Transparenz forderte der Wirtschaftsdirektor in allen Finanzgebarungen von den pfarrlichen Wirtschaftsräten, der diözesanen Ebene bis hin zum Vatikan: "Der Zweck heiligt nicht die Mittel." Die Kirche habe eine hohe Verantwortung, "woher das Geld kommt und wofür wir es ausgeben".

 

Quelle: Kathpress

 

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